• bääh

Saison 13/14 - Spieltag 3

Glis – 30. November 2013 – Herrliches Wetter, eisige Temperaturen und eine Landschaft, welche im Neuschnee zu versinken droht. Der Grund muss schon deftig sein, um unter diesen Umständen den Weg in die Gliser Primarschulhalle zu suchen. Findet der OUM-Classico zwischen den Blacknosesheep und den Embd Devils statt, wird dem Fan, wie dem neutralen Zuschauer, zumindest eine Delikatesse als Alternative zu den Outdoor-Aktivitäten aufgetischt. Hat es die Affiche dann noch so dermaßen in sich, wie an diesem Samstag Mittag, was wünscht sich das Sportlerherz noch mehr? Im Anschluss stand das Spiel der Schafe gegen das Überraschungsteam aus Baltschieder auf dem Programm. Ein Angstgegner aus früheren Jahren, der dieses Image aber erst wieder aufbauen muss.

Blacknosesheep – UHC Embd Devils 6:5 (3:1)

Da standen sie also. Auf der einen Seite der Mittellinie die Weiß-Schwarzen aus Naters - auf der Anderen die Schwarz-Orangenen aus Embd. Die Mannen sahen sich in die Augen - im Wissen, dass die Stunde der Wahrheit geschlagen hat. Zeit für den Vergleich Mann gegen Mann, Team gegen Team, Region gegen Region.

Dass es eine enge Kiste werden würde, war allen Beteiligten klar. Die Embd Devils haben enorme Fortschritte im taktischen, wie im technischen Bereich erzielt. Dies ist vor allem durch das frische Blut der jungen Spieler zu erklären. Nehmen wir das Beispiel Sascha Lengen. Äusserst quirlig und agil bewegt er sich über den Floor. Sucht in der Offensive den Abschluss. Vernachlässigt dabei die Defensive aber nicht. Er und seine Altersgenossen werden der Liga noch viel Freude bereiten. Coach Michael Lengen hat sich in der Zusammenstellung der Linien durchaus etwas überlegt. So entschied er sich die Jungen zusammen in einer Linie spielen zu lassen und die ältere Garde in einem separaten Block auflaufen zu lassen. Die Harmonie stimmte – in allen Linien.

Dass es Embd aber nach wie vor nicht schafft, in Würde auf- und abzutreten (Betonung auf abzutreten) liegt bestimmt nicht an den Jungen. Diese Generation wird der Reputation der Mannschaft, der Reputation des Vereins und nicht zuletzt der Reputation des Dorfes sowie der ganzen Region rund um Embd einen gehörigen Aufschub verleihen. Und dies mit altbekannten Werten wie Fairness, Anstand und Haltung. Leider ist ein Teil der älteren Generation, besonders um Captain Fux, nach wie vor in der Lage das Image Embds mit Füssen zu treten. Mit Aktionen wie die eines Bandenchecks eine Minute vor Schluss (gegen Imhof), welche im besten Fall ohne Blessuren (zum Glück so geschehen), im schlimmsten Fall mit einer Querschnittslähmung enden, wird der Grundgedanke des Sports vergewaltigt. Wie gefährlich Bandenchecks sind, sollte seit Pat Schafhauser und Ronny Keller auch bis nach Embd durchgedrungen sein.

Dass es für dieses Vergehen nur eine Zwei-Minuten-Strafe absetzte, ist auch seitens der Schiedsrichter kritisch zu hinterfragen. Oder muss zuerst wirklich etwas Gravierendes passieren, bis solche Aktionen drastisch bestraft und so zumindest präventiv unterbunden werden?

Fokussieren wir uns nun aber auf das Spiel. Dies startete wie fast immer mit einem Treffer Zurwerras. Ein schöner Angriff über Frutiger und Zurwerra endete bereits erfolgreich im Tor, als der Schiedsrichter auf Foul entschied, anstatt den Vorteil abzuwarten. Den fälligen Penalty verwandelte Zurwerra dann aber sicher. 1:0 für die Schafe. Das Spiel war intensiv. Torchancen gab es hüben wie drüben. Doch beide Torhüter hielten dicht. Frutigers 2:0, nach herrlichem Zuspiel Zurwerras, bedeutet nach 11 Minuten das 2:0. Nur 3’ später waren es aber die Embder, welche ein Lebenszeichen von sich gaben und auf 2:1 verkürzten. Wyer liess sich das nicht gefallen und verwertete ein schönes Zuspiel Imhofs zum 3:1. Halbzeit.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Embd traf zum 3:2. Damit war jedem in der gut besetzten Halle klar, dass das Spiel ausgeglichen war – das sich die Protagonisten auf Augenhöhe begegneten. Imhof war es schließlich, der den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen vermochte. Doch dann verloren die Schafe kurzzeitig die Orientierung und ihre Gegenspieler aus den Augen. Embd wusste diese Schwächephase mit „Buebetricklis“ und abgefälschten Schüssen auszunützen. Besonders die stets gefährlichen Fabian Schaller und Adrian Fux mit gewaltigen Tempovorstössen machten den Schafen das Leben schwer. Immer wieder war es Fabian Lengen der das Spiel von hinten aufbaute und die Offensive lancierte. Und dies mit Erfolg. Elf Minuten vor Schluss glich Embd aus und es stand 4:4. Coach Wyer nahm umgehend sein Tie-Break und schwor seine Mannen nochmals ein. Doch kurz nach Wiederanpfiff passierte, was passieren musste. Embd führte plötzlich mich 4:5. Gerade die Linie um Eyholzer, Frutiger und Zurwerra musste sich mehrere Male mit Gegentreffer konfrontiert sehen. Verbesserungspotenzial ist also vorhanden.

Zu spielen waren noch knapp 10 Minuten. Genügend Zeit also zur Reaktion. Und diese folgte. Steve Imhof war es, der für den 5:5 Ausgleich, knapp 8’ vor Schluss, besorgt war. Und nur 2 Minuten später war es Frutiger, der den Embder Keeper zu bezwingen vermochte. 6:5. Endstand. Aus. Vorbei.

Das Spiel war an Spannung kaum zu überbieten und auch auf technisch hohem Level ausgetragen. Embd ist wiedererstarkt und zeigte phasenweise hervorragendes Unihockey. Der Classico ist wieder ein echter Classico – auf dessen Neuauflage im Frühling sich nicht nur die Zuschauer freuen dürfen. Die Zweikämpfe wurden hart aber größtenteils fair geführt. Auch Schiedsrichter Miesch hatte das Geschehen jederzeit im Griff. Bis auf die Aktion eine Minute vor Schluss, welche einen tiefen Schatten über den Sonnenschein dieses herrlichen Tages wirft.

Ruppen; Eyholzer, Carlen; Imhof (2), Frutiger (2), Wyer (1), Zurwerra (1)

Blacknosesheep – STV Baltschieder 10:4 (6:2)

Nach der aufwühlenden Partie gegen die Devils und des Überraschungs-Coup Baltschieders gegen die Old Boys (Red. 13:9), wussten die Schafe, dass es nochmals eine Top-Leistung braucht. Nur so konnte auch Baltschieder in die Knie gezwungen und die Vorrunde makellos abgeschlossen werden.

Damit dieses Unterfangen gelingen sollte, musste das Team um Neo-Captain Imhof auf den Ausfall des Stammkapitäns Markovic reagieren. Mit Roland Carlen kam ein Mann zu seinem A-Debut, der normalerweise Dienst bei den Blacknoselambs leistet. Carlen, der zu seinen Hobbies Familie, Töfffahren und Long-Distance-Trails zählt, fügte sich nahtlos ins Team ein. Wie es sich für die Schafsfamilie gehört, wurde er in die Herde aufgenommen, als wäre er ihr eigenes Lamm. Carlen machte seine Aufgabe hervorragend – nur das Quäntchen Glück fehlte, um dem i das Pünktchen in Form eines persönlichen Treffers aufzusetzen. Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Neben Carlen sollten in diesem Spiel aber zwei weitere Personen Geschichte schreiben. Zum einen ist es Daniel Zurwerra, der das Score fast im Alleingang in steter Regelmäßigkeit in die Höhe schraubte. Phasenweise gelangen dem Zauberer vom Alex gar regelrechte Traumtore. Er zurwenierte das Geschehen in einer Eleganz, dass selbst der Gegner ein schmunzeln nicht verhindern konnte, wenn auch ein Schmerzverzerrtes. Total steuerte Zurwerra 6 der 10 Treffer bei. Wahnsinn.

STV-Trainer André Imboden versuchte alles in seiner Macht stehende, um die Walze, die seine Mannen überrollte, aufzuhalten. Doch vergebens. Heute war nichts zu machen. Seine Taktik war augenscheinlich. Das Heil wurde in sauberen Distanzschüssen gesucht, und in Form von Heynen auch immer wieder gefunden. Nur, außer ein Tropfen auf den heißen Stein, war das nicht viel mehr.

Neben Zurwerra war es Daniel Ruppen, der 50 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff für das akrobatischste Highlight der OUM-Geschichte sorgte. Im Stile Reto Berras parierte er quasi im Fallrückzieher einen Schuss per Schienbeinschoner. Staunen, nichts als Staunen, sowohl beim Gegner wie auch bei den eigenen Leuten war die Folge. Ruppen musste das eigene Team wieder zur Konzentration ermahnen, um den Fokus wieder auf das Spielgeschehen zu lenken. Unglaublich. Was für Szenen.

Zeigt ein Torwart eine solche Parade auf dem NHL-Eis, geht der Videoclip auf Youtube um die Welt. Schade wurde diese Parade nicht aufgenommen. Ruppen hätte ein Probetraining bei Schwedens Profiprimus AIK Innebandy auf sicher.

Damit ist die Vorrunde vorbei. Die Schafe grüßen verlustpunktlos von der Tabellenspitze. Doch das ist nur der Anfang. Nun geht es darum die Form zu konservieren und Anfang Januar im Cup-Duell gegen Pfynland auszupacken.

Frohe Festtage.

Ruppen; Eyholzer, Carlen; Imhof (2), Frutiger (2); Wyer, Zurwerra (6)

© 2019 #blacknosesheep

  • Instagram Blacknosesheep
  • Blacknosesheep Facebook

Bildrechte: sportfotografie.schaffner / blacknosesheeps.ch

  • Black Instagram Icon
  • Black Facebook Icon