OUM 05.02.2022 – 4. Spieltag – die Laus ist los.

Um ehrlich zu sein, waren die Zeiten bei den Schafen schon einfacher. Noch nicht lange ist es her, als der Saisonstart optimal glückte. Ob nun in Sachen Trainingspräsenz, Passkombinationsspiel, Anzahl Big Safes, Effizienz vor dem Tor oder mit Blick auf die Resultate – das gesamte Universum der Schafe fühlte sich wie im Flow an. Sämtliche Puzzleteile waren an ihrem Platz. Die Demut war da, jedes Schaf füllte seine Rolle aus, fühlte sich verantwortlich, um mehr zu machen, sich einzubringen und seinen Beitrag zum Gelingen des grossen Ganzen zu leisten. Die Schafe waren eine richtig harmonische Familie auf und neben dem Platz. Es war ein Team, welches präsent war und schlichtweg Bock hatte.


Doch urplötzlich bekam die Schafsfamilie erste Risse. Sie wurde von Läusen befallen. Und diese Läuse kamen in Scharen. Woher auch immer, wie auch immer. Das Problem bei Läusen ist, dass man sich immer und überall kratzen muss. «Äs biiist uuhefli – äs biiist uuberall». Die ersten Läuse waren Verletzungsläuse, welche dazu führten, dass sich die betroffenen Schafe anderweitig das Fell kratzen mussten und so nicht mehr Teil der Schafsschaar sein konnten. Dann kam die Auslandlaus und die damit verbundene fehlende Präsenz vor Ort. Schafe sind bekanntlich soziale Herdentiere, denen Distanz und Enthaltung nicht guttut. Auslandläuse sind daher besonders kratzintensiv. Eine Plage. Die Coronalaus ist das bekannte Damokles Schwert über all unseren Köpfen und trägt ihren Kratzteil auch bei der Herde bei. Schliesslich ist da noch die Programm-Laus. Bei 40-jährigen Männern mit Familie und Kindern, welche immer häufiger die Aufmerksamkeit der Schafe auf sich ziehen, kann es schon mal vorkommen, dass darum ein Training ausgelassen wird. Gerade wenn Spieltage kurzfristig angesagt werden, fehlt den Schafen – mit ihren vollen Programmen – schon mal die zeitliche Kapazität, um an Trainings- oder Spieltagen teilzunehmen. Dies alles kann natürlich vorkommen. Dies alles ist legitim und kein Vorwurf. Es ist schlichtweg die Erklärung, warum die Resultate nicht mehr stimmen. Und das ist aktuell der Fall.


Wenn dann noch die Grossmut-Laus zuschlägt und die Schafe vergessen, woher sie kommen und was es alles braucht, um konkurrenzfähig zu bleiben, dann kommen urplötzlich dann eben zu viele Läuse zusammen, zu viele Schafe, die sich gleichzeitig kratzen, um den Ansprüchen zu genügen und die Ziele zu erreichen.


Nun gut. Die Schafe wären nicht die Schafe, wenn sie aus Rückschlägen nicht stets die richtigen Lehren gezogen hätten. Nicht stets wieder aufgestanden wären. Das gute an der Lausepidemie der Schafe ist, dass die Niederlage im Cup gegen die Illgrabenkämpfer und die mangelnde Trainingspräsenz sowie der verlorene Spitzenkampf gegen Embd dazu führt, dass sich nun alle der Lausproblematik bewusst sind.


Und es gibt Hoffnung. Die Verletzungslaus zieht sich langsam zurück. Hat ja auch genügend Blut getankt. Die Auslandlaus wird demnächst verschwinden. Gut so. Wenn da nicht bereits die nächste Auslandlaus, bereit zum Biss, wartet. Aber wenn die Verliebtheitslaus zuschlägt, ist die Welt eh rosarot. Und zudem steht ja bekanntlich noch Valentin vor der Tür. Na gut. Drücken wir ein Auge zu – was wir ja eigentlich immer und für jeden machen.


Der Bundesrat wird die Coronaregeln anpassen, um dieser Laus auch noch den Garaus zu machen. Die OUM kommunizierte die langfristige Terminplanung, was den Familienschafen Zeit gibt, die Termine zu fixieren, die Trainingstage freizuhalten und an den Spieltagen präsent zu sein. Die Endspiele stehen vor der Tür und wir werden sehen, welche Spuren die Läuse in dieser Saison zu hinterlassen vermochten.



Blacknosesheep : UHC Embd Devils 8 : 10 (3:7)


Der relativ kurzfristig angesetzte Spitzenkampf zwischen den Schafen und ihren Dauerrivalen Embd Devils fand vor fast ausverkauftem Haus in Stalden statt. Von den Teufeln organisiert, verkam die Affiche zum Heimspiel für die Devils. Und das Spiel vermochte vermocht von Anbeginn an zu halten, was es versprach. Es war zweikampfintensiv, präzise im Abschluss, es beinhaltete Pfosten- und Lattenschüsse, Strafen und Penaltys. Unihockeyherz – was willst du mehr?


Zwölf Minuten waren gespielt, da stand das Spiel nach gutem Start von beiden Teams relativ ausgeglichen – 3:4 für die Devils. Jonas Gruber, der bereits zweimal getroffen hatte, setzte zum Penalty an – und verschoss. Die Verarbeitung dieses mentalen Schockmoments dauerte anschliessend genau 7 Minuten. 7 fatale Minuten, die das Spiel kosten sollten. Einen Penalty verschiessen, dass kann immer vorkommen. Gruber spielte eine hervorragende Partie. Die verhängnisvollen 7 Minuten lassen sich erklären – doch das intern.


Zur Pause stand es dann 3:7 aus der Sicht der Schafe. Neben Gruber traf Heynen bereits nach wenigen Sekunden und sorgte so dafür, dass die Schafe gleich im Spiel waren. Auf der Gegenseite spielten die Bumanns, Lengens und Wasmers – als hätte es den coronabedingten Unterbruch nie gegeben. Gerade Sascha Lengen war immer in Bewegung und so ein Unruheherd im Abwehrdispositiv der Schafe. Die Präzision Wasmers im Abschluss ist bekannt und einfach stark. Aber einer, der sonst nicht über sich auszuwachsen vermag, sollte gestern einen richtig starken Tag erwischen. Die Rede ist von Adrian Fux. Fux, der teilweise verschmähte Sohn Embds, der deswegen auch schon bei den Fletschi Cracks anheuern musste, spielte enorm aufmerksam, treffsicher und mit Überblick. Seinen «Boulot» in der Defensive souverän, trug er sich auch in die Skorerliste ein und half seinem Team damit erheblich. Chapeau.


Dreieinhalb Minuten vor Schluss stand es 5:10. Grünwald zeigte sich für beide Tore verantwortlich. Die Schafe nahmen das Timeout, stellten die Linien um und nahmen nun bei jeder sich bietenden Möglichkeit Torhüter Abgottspon aus dem Kasten. Wiederum Grünwald, Heynen und zweimal Zurwerra, der alte Haudegen, sorgten noch für etwas Resultatkosmetik. Doch zu mehr sollte es nicht reichen.


Die Lausepidemie geht nicht spurlos am Team vorbei. Nun gilt es interne Hygiene zu betreiben, die Läuse zu vertreiben und so den Weg zurück in die Herde zu finden. Am Freitag steht ein Training auf dem Plan und am Samstag die Spiele gegen Grächen und Pfynland. Das gute an der Lausepidemie ist, dass es Gegenmittel gibt.


Blacknosesheep: Abgottspon; Heynen (2/0), König (0/0), Zurwerra (2/0), Gsponer (0/0), Grünwald (2/0), Gruber (2/0), Schmidt (0/0)



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