• bääh

Saison 12/13 - Spieltag 6

Nach 5 Spieltagen, nach 10 Spielen ohne Punktverlust, nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft zwei Runden vor Schluss waren nur noch drei offene Fragen zu beantworten. Schaffen die Blacknosesheep die perfekte Saison? 12 Spiele, 12 Siege, 24 Punkte? Und schaffen es die Weidentiere, als einzige Mannschaft der Liga, ein positives Torverhältnis zu erreichen? Nein, nein und nochmals nein. Das Ziel wurde verfehlt. Nicht jedoch aus Eigenverschulden, sondern weil der Gegner einfach besser war. Das muss so konstatiert und anerkannt werden. Punkt. Doch der Reihe nach.


Blacknosesheep – UHC Bürchen 15:2 (8:1)

Der Anfang gelang nach Mass. Der UHC Bürchen, der noch das Abstiegsgespenst im Nacken spürte, wurde von Beginn weg gefordert – ja überfordert. Schnell gelang es den Schafen um Wyer, Imhof und Zurwerra ihr Visier korrekt einzustellen und den bemitleidenswerten gegnerischen Schlussmann zu bezwingen. Immer und immer wieder. Doch was dann passieren sollte, ist wirklich eine Rarität. Das es Spieler gibt, die Tore schiessen, gerade im Unihockey, ist normal. Besseren Spielern gelingen von Zeit zu Zeit auch einmal Doppelpacks. Ganz gute Stürmer erzielen dann schon Hattricks (3 Tore). Und wie, meine lieben Leser und Leserinnen, wird ein Mann bezeichnet, der genau 9!!!! (neun, nove, nine – nicht niente, NEUN!!!) Tore in einem Spiel erzielt? Zurwerra, dem an dieser Stelle schon das Verb „zurwenieren“ gewidmet wurde und so viel heisst wie „stark dominieren“ schoss alle Tore der Reihe nach. Eins nach dem anderen. Armer Torwart. Das Kätzchen fand seinen Dompteur. Zurwerra, der in der Regel erst in Fahrt kommt wenn er provoziert wird, wurde nicht einmal herausgefordert. Er war einfach gut drauf und die Krieger aus der Augstbordregion vergassen was ihre Tugend ist – das Kämpfen. So war die 15:2 Niederlage quasi vorprogrammiert und selbsterklärend. Gegen Typen wie Zurwerra muss man sich etwas einfallen lassen. Ohne Plan – kein Erfolg. Falls eine Verteidigungsstrategie unterlassen wird, sehen das gewisse Protagonisten bereits als genug Provokation an – und handeln dementsprechend auf ihre Weise.


Die Blacknosesheep traten mit einer veränderten Konstellation an. Für Stammtorhüter Ruppen agierte Ambord im Tor und gab so sein Saisondebut. Überragend hielt er, was zu halten war. An den beiden Toren war er machtlos. Bei allem Offensivdrang gelang es den Schafen nicht, das Tor dicht zu halten. Nahe dran waren sie aber allemal. Ambord ist ein anderer Typ als Ruppen und setzt vermehrt auf die Butterfly-Technik. Seine wendige aber äusserst robuste Statur verleiht ihm eine besondere Dynamik und Reflexartigkeit. Die Trainings haben sich gelohnt. Ambord hat enorme Fortschritte erzielt und wäre bei manch einem A-Ligisten bereits unbestrittene Stammkraft. Thomas Roten, der fast 40-jährige Haudegen mit Nationalliga-A–Beachsoccererfahrung, ersetzte den Verteidiger Eyholzer. Roten machte seine Sache defensiv sehr gut und schaltete sich auch immer wieder in die Offensive mit ein. Roten passt nicht nur spielerisch hervorragend ins Team, sondern ist auch menschlich eine äusserst angenehme Gestalt. Roten ist ein intelligenter und gescheiter Mann (Doktor in Chemie), gleichzeitig aber sehr bodenständig und mit einer enormen Ruhe ausgestattet. Läuft er nicht gerade den Engadiner Skimarathon (auf den Felgen), sichert er gekonnt bei den Schafen hinten ab. Gute Leistung.


Captain Markovic spielte, wie immer abgeklärt von hinten heraus und setzte seine Stürmerkollegen gekonnt ein. Den Schlusspunkt 5`` vor Schluss der Partie liess er sich aber nicht nehmen und erzielte ihn höchstpersönlich.


Ambord; Roten, Markovic (1); Imhof (2); Wyer (3), Zurwerra (9)


Blacknosesheep – Fletschi Cracks 6:9 (1:3)

Im 16. Saisonspiel (meisterschaftsübergreifend) sollte es dann soweit sein. Die Schafe verloren das erste Spiel seit über einem Jahr. Niemand geringerem als den Saaser Fletschi Cracks sollte es vorbehalten sein, die Weidentiere zu bezwingen.

Erster gegen Zweiter der Meisterschaft. Beide stehen im CUP-Final. Wäre die Meisterschaft nicht schon entschieden gewesen, wäre dieses Spiel zum absoluten Non-Plus-Ultra geworden. Gut für die Schafe, war die Meisterschaft schon vorher im Trockenen. Denn was die Cracks boten war Klasse.


Gut 18 Minuten plätscherte das Spiel vor sich hin. Kein Team wollte dem anderen ins offene Messer laufen. Erst kurz vor der Pause gelang Fletschi, vor eigenem Anhang spielend, die Differenz mit einem Doppelpack innerhalb von einer Minute. 1:3 lautete dann auch das Resultat als sich beide Teams zum Halbzeittee verabschiedeten. Zum ersten Mal in dieser Saison gelang es nicht das wegweisende Führungstor zu erzielen und prompt lag man zur Halbzeit zurück. Die Schwarznasen nahmen sich viel vor in der Pause, munterten sich gegenseitig auf und beschlossen das Heft umgehend wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Der sofortige Anschlusstreffer war gefordert und wurde gesucht. Doch nichts da – gar nichts. Im Gegenteil. Saastal kam wie der Blitz, wie die Feuerwehr und wie MacGywer zu allerbesten Tagen aufs Spielfeld zurück – mit einem Plan. Einen den Sie umzusetzen wussten. Nach nur 2`30 lagen die Schafe vermeintlich hoffnungslos mit 1:6 zurück. Time-Out – das erste in dieser Saison. Es war bitter nötig.


Diese Verschnaufpause tat den Schwarznasen gut und brachte Ruhe ins Spiel. Der Rhythmus der Vispertaler konnte gebrochen werden. Das 2:6 und 3:6 durch Wyer und Imhof brachte nochmals Hoffnung zurück. Das 4:6 war in Reichweite und absehbar – und bereits einkalkuliert, da die Schafe während 2 Minuten in Überzahl agieren konnten. Was passierte war aber das denkbar dümmste was in dieser Situation passieren konnte. Ballverlust, Konter, Shorthander – 4:7 Herrgotthimmelnochmal!


Dies brach den Natischern das Genick, nicht jedoch das Kämpferherz. Noch zum Schluss glaubten Sie an das Unmögliche und ersetzten den Torhüter durch einen vierten Feldspieler. Ein Empty-Netter war die Folge und das Schlussresultat von 6:9 Fakt.

Aus, Ende, Vorbei. Was bleibt ist die Analyse und die Anerkennung an einen äusserst disziplinierten Gegner, der vom Personal her mit einer Topmannschaft angetreten war. Ein Gegner, der agierte und nicht passiv reagierte. Ein Gegner, der den Kampf angenommen hat. Und ein Gegner, der keine Angst vor den Schafen hatte. Konzentriert, fokussiert und die sich ergebenen Chancen nutzend, spielte das Heimteam quasi im Stil der Sheep.

Die Lehren müssen gezogen werden. Will man dieser Niederlage etwas Positives abgewinnen, dann die Tatsache, dass sie im richtigen Moment kam. Lieber dieses Spiel verlieren und dafür den CUP und das Double holen. Darauf muss sich jetzt jeder einzelne einstellen.


Ambord; Roten, Markovic; Imhof (1); Wyer (2), Zurwerra (3)

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