VS-Cup 16.01.2020 - 4. Gruppenspiel

Chermignon : Blacknosesheep   7:26 (4:7; 1:9; 2:10)


Donnerstag, 16. Januar, Wallisercup. Wieder Wallisercup, wird der aufmerksame Leser sich denken. Nach dem am letzten Freitag Ayer-Sierre in die Klosi gereist war, ging es diesmal nach Chermignon, zum dortigen UHC. Kleinfeld, 4. Liga. 2 Spiele innerhalb von 6 Tagen, beinahe schon englische Wochen für die Schafe. Kein Problem, wenn man sich die Englischkenntnisse eines Sebastian König als Beispiel nimmt, welche bis nach Afrika hinlängst bekannt sind. 


Es ging also Schlag auf Schlag.

Und es sollte eine Premiere geben im Spiel gegen Chermignon. Nein, nicht die erste Niederlage im diesjährigen Walisercup, auch nicht Chermignon als Gegner. Diesen kannte man noch vom letztjährigen Aufeinandertreffen an gleicher Stätte. 

Der Blacknosesheep-Fanclub Obergoms sollte zum ersten Mal live vor Ort dabei sein um seine Lieblinge tatkräftig zu unterstützen!


Blacknosesheep-Fanclub Obergoms? Wem dies noch kein Begriff ist, hier ein paar Details: gegründet am 17. Dezember 2019 im Hotel Tannenhof in Oberwald (für die meisten der Mitglieder war der Gründungsakt wie eine vorgezogene Weihnacht), aktuell 13 Mitglieder (8 Männer, 5 Frauen), bestehend vorwiegend aus dem aufgelösten Simon-Hallenbarter-Fanclub (Biathlon) und ehemaligen Eishockeyspielern des EHC Sidelhorn Obergesteln – also wahrliche Fachkenner von gepflegtem Turnhallenschach (Turnhallenschach: für Laien = Unihockey).

Vereinspräsident: A.Kreuzer (Oberwald). Die 13 Mitglieder setzen sich aus allen 3 Dörfern der Gemeinde Obergoms zusammen: Oberwald, Obergesteln und Ulrichen. Eigentlich sensationell, wenn man bedenkt, wie gross früher die Rivalität in diesen Dörfern war, dass sie sich nun in einem gemeinsamen Fanclub wiederfinden. Eine für diese Verhältnisse schon fast multikulturelle Truppe, na ja, zumindest kunterbunt, die sich auf die kommenden Aufgaben der Schafe freut. Wieder ein Beitrag, bei dem die Blacknosesheep ihren Teil zur Völkerverbindung aktiv leisten konnten.


Einigen der Fanclubmitglieder wurde im letzten Sommer viel Trinken und mehr Sport empfohlen. Etwas, dass sie mit der Gründung eines Blacknosesheep-Fanclubs ideal verbinden konnten. Oder anders ausgedrückt: Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Und so waren es denn um 19.57 Uhr Vereinspräsident Kreuzer, sein Vetter und Aktuar Zumoberhaus (übrigens nicht verwandt mit Schafe-Stürmer Marco) welche in Oberwald Kreuzers Subaru Libero bestiegen. Im Gepäck – 2 grosse Kuhglocken und mehrere Schweizerfahnen. In Ulrichen beim Astoria stieg das Ehepaar Blatter hinzu. Fehlte noch der Obergestler Jost, welcher heute in Münster zusteigen sollte.

Um 20.12 Uhr stieg Jost in Münster zu. 


Ein kurzes «Hallo zämä» war seine Begrüssung. Er hatte sein Navi dabei und wurde sogleich von Präsident Kreuzer aufgefordert, Chermignon einzugeben. 

Schnurstracks tippte er folgendes auf die Tastatur: S-C-H-E-R-M-I-N-J-O

Kein Resultat, Nichts!

Kreuzer: «Lüeg mal im Internet»

Gemeinsam diskutierten sie über den bevorstehenden Match. Wer würde alles dabei sein von den Schafen, wie würde Heynen die Linien aufstellen und vor allem, was war der Gameplan für den heutigen Abend. 


Zur gleichen Zeit wartete Coach Zurwerra in Chermignon auf seine Mannschaft. Imesch und Briggeler waren da, Frutiger auf gutem Weg, aber wo war der Rest? Und warum Coach Zurwerra? Zurwerra vertrat heute Heynen, der aus familiären Gründen nicht dabei sein konnte. Sebastian König und der Rest des Teams waren in Mollens und suchten nach der Halle. König ist ein sehr guter Autofahrer, aber ohne richtig guten Co-Piloten war es sehr schwierig, die Halle zu finden.   


Mittlerweile ist es 20:22 Uhr, zwischen Fiesch und Lax, Jost sucht immer noch im Internet nach Scherminjo. 

Dann wurde es euphorisch, als sich Präsident Kreuzer, der sich selbst als grösster Gommer Schafe Fan bezeichnet, zu Wort meldete.

Kreuzer: „Wier folge de Schaf uberall hi, egal wohi schi ihre Wäg fiert! Jost, was seit ds Internet?“ 

Jost: „Also äs git es Chermignon, das schribt mu aber annersch“. 

Zumoberhaus: „Nid so schlimm, wier nämes mit jedum Gägner üf.“

Jost: „Das ligt aber oberhalb va Siders…“

Betretenes Schweigen im Subaru Libero. Nur noch Scooters „How much is the Fish” war aus dem Radio zu hören. Oberhalb von Siders? Würde das noch reichen, um rechtzeitig vor Matchbeginn um 20.30 Uhr da zu sein? 

Eventuell, Kreuzer ist kein schlechter Fahrer.

Kreuzer brach das Schweigen: „Vergässet wasi vorer gseit hä. Salzturm? Britannia?“

Zumoberhaus: „In der Reihufolg!“

Jost: „Tiptop, bi dabei!“

Ehepaar Blatter: „De is apa so…”


Kein langes Lamentieren, lösungsorientiert nach vorne schauen. Ganz nach dem Motto:

Nimm alle Dinge wichtig, aber keines richtig ernst. 

Für Jost kein Problem, er war nicht traurig, er war sich die weiten Reisen eh nicht gewöhnt. Ausser einer Carfahrt für einen Eishockeymatch in Ambri zwischen den Hausherren und Lugano war er noch nie ins Ausland gereist.


König, Schaffner, Zumoberhaus und Gsponer trafen nun endlich in Chermignon ein. Coach Zurwerra tigerte schon nervös auf und ab vor der Halle. Es blieben gerade mal 8 Minuten, um sich für den Match warm zu laufen.


20.30 Uhr in Chermignon:

Auch hier kein langes Lamentieren, nur lösungsorientiertes nach vorne Schauen.

Ganz nach dem Motto: «Erfolg ist eine Treppe, keine Tür» begannen die Schafe ihr Spiel in Chermignon.


Es würde nicht einfach werden gegen diesen Gegner, war sich Zurwerra bewusst. Er nahm Briggeler zurück in die Verteidigung, stellte leicht um. Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.


Drittel 1

Chermignon ging nach etwas mehr als einer gespielten Minute in Führung. Hoppla, sie hatten den Heimvorteil also genutzt! 15 Sekunden später glichen die Schafe durch Verteidiger Briggeler aus. 2:1 für Chermignon nach 3 Minuten, Imesch provozierte danach ein Eigentor des Gegners, 2:2. Die Schafe zogen auf 4:2 davon. Chermignon blieb dran, 4:3. Imesch war jedoch zu stark am heutigen Abend. Mal für Mal zog er aufs gegnerische Tor und überwand den Torhüter jeweils mit viel Gefühl. Dieser wünschte sich fürs nächste Training auch mal ein paar Lupfer, nicht nur immer diese harten Schüsse, so dass er fürs nächste Jahr bereit ist für das Spiel gegen Mario und die Schafe. König und Zumoberhaus liessen sich nun auch noch in die Torschützenliste eintragen. Mit 7:4 für die Schafe gings in die Pause.


Pause

Zurwerra schaute seinen Mannen tief ins Gesicht. Er wusste, das konnten die Schafe besser als im ersten Drittel. Und für können gibt es nur einen Beweis: Tun. Somit war Alles gesagt für den zweiten Abschnitt. 


Derweil waren Kreuzer und seine Truppe beim Nachtessen im Briger Salzturm. Burger, Tappas, Enchilladas, was das Herz begehrte. Auch ohne Cholera waren die 5 Gommer restlos zufrieden! Alle freuten sich bereits auf das Britannia, verflogen die anfängliche Ernüchterung über das Verpassen des Spiels. Der Match der Schafe war nun weit weg.

Kreuzer: «Gä wer de ds Viertelfinal ga lüege im Wallisercup, de hei wer de inschi Premiera. Das zieht mer scho.»

Zumoberhaus: «Mier eu!»

Selbstverständlich würden die anderen 3 auch dabei sein.


Drittel 2

Nun schlugen die Schafe ein anderes Tempo an. Chermignon wurde regelrecht überfahren. Imesch, wieder der, dachte sich der gegnerische Schlussmann, eröffnete das Skore. König, Briggeler, Zumoberhaus, Frutiger, Zurwerra und Gsponer, jeder traf mindestens einmal im Mitteldrittel. Das nennt man wohl Teamleistung. Es ging vielfach zu schnell für Chermignon: 1,2,3 – Zumoberhaus war vorbei, leichtfüssig! Frutiger mit viel Spielwitz, König abgebrüht, Zurwerra wie immer, Briggeler wusste den Platz vor sich gekonnt zu nutzen.

Das Wort Schaffner bedeutet gemäss Wikipedia Vermögensverwalter einer Stadt, eines Klosters oder eines Hauswesens (Gutsverwalter). Bei den Schafen verwaltete Schaffner am heutigen Abend den Vorsprung. Auf ihn war immer Verlass, hellwach liess er die Gegner verzweifeln.

16:5 stand es zum zweiten Pausentee!

Pause


Schlussdrittel

Wer gedacht hatte, Alles wäre klar, sah sich getäuscht. Fragen über Fragen vor dem letzten Abschnitt bei den Schafen.

Würden sie noch kommen die Obergommer?

Würde Imesch auch als Verteidiger treffen?

Blieb Schaffner ohne Gegentor in den letzten 20 Minuten?

Wie würde Chermignon auf diesen Tiefschlag im zweiten Drittel reagieren?

Das Leben ist wie ein Schulzeugnis: wenn es Scheisse läuft, versuchen viele noch Etwas mit Sport und Religion zu retten.

Nicht so die Spieler von Chermignon. Sie wussten, dass am heutigern Abend mit Sport nicht mehr viel zu retten war. Und mit Beten hatten sie nichts am Hut. So versuchten sie es mit der Brechstange und brachten Härte ins Spiel. Mehr als einmal musste König einstecken. Schmerzen waren die Folge. Gemäss König sind Schmerzen jedoch nur Schwächen, die den Körper verlassen. Was für eine Antwort!


Derweil ging es im Britannia bei Livemusik lustig zu und her.

Ehepaar Blatter: «Saugüet, so e üsgang z Brig im Britannia»

Jost: «Wer nimmt was?»

Kreuzer: «We d Schaf hitte gwinnent, de näme wer e liechte! We nid, de eu… !»

Es schien ein langer Abend zu werden bei den einen.


Die anderen machten kurzen Prozess. 

König eröffnete das Skore. Frutiger traf gleich 4 Mal, variantenreich – jedes Mal auf andere Weise, Imesch auch als Verteidiger, Briggeler ebenso. Die Schafe hatten das Ziel, auch im letzten Drittel nicht nachzulassen. Und Ziele sind wie Magneten, sie ziehen den Erfolg an. 10:2 lautete das Resultat der letzten 20 Minuten!


26:7 nach 60 gespielten Minuten – die Schafe hatten sich kontinuierlich gesteigert an diesem Abend und teils herrlich herausgespielte Tore erzielt. Stellvertretend dafür das letzte Tor von König ins Kreut nach einem Sololauf und anschliessend herrlichen Pass von Frutiger. Schaffner liess nicht locker und sich kaum bezwingen.


Kreuzer nahm das Resultat mit Freude zur Kenntnis:

«Wier lade schi de mal zum langleufe i.» Wer weiss, vielleicht genau das richtige für die Schafe um die physische Verfassung weiter hoch zu halten für die anstehenden Aufgaben.

Und sie lebt weiter, ganz zuoberst im Wallis, die Vision von den Blacknosesheep Obergoms, dem Partnerteam der Natischer Schafe. Nächstes Jahr ein eigenes OUM-Juniorenteam (Mädchen und Knaben gemischt) und Trainings bei den Aktiven, in 2 Jahren der Start der Herren in der C-Gruppe. 

Frau Blatter: « Und bi de Dame!»

Kreuzer (wieder euphorisch): «Bi de Herre marschiere wer durch bis in d A.»

Ansonsten mit dem Ziel, eines Tages für die Schafe in Naters selbst auf dem Parkett zu stehen. Möglich müsste es sein. Wurzeln im Obergoms (genauer gesagt in Oberwald), in Naters zum Diamanten geschliffen.

Da gibt es doch bereits ein gutes Beispiel: Nico Hischier.


Kurzes Fazit des bisherigen Abends für den Schafe Fanclub aus dem Obergoms: Viel trinken und mehr Sport, zumindest teilweise wurde dieses Ziel erreicht am heutigen Abend. Ein Etappenort ist erreicht, die Rundfahrt jedoch noch nicht zu Ende.

Kurzes Fazit für die Schafe nach dem letzten Vorrundenmatch im Wallisercup: 4 Spiele, 4 Siege – das reicht im Sport um eine Runde weiter zu kommen. Auch wenn der Cup eigene Gesetzte kennt. Die Rundfahrt geht weiter.


Ausblick:

Viertelfinale Wallisercup – die Schafe kommen

Den Schafen ist anzuraten, mit der gleichen Demut wie bisher ins nächste Duell zu gehen. Ob es auch für den Viertelfinalgegner im Wallisercup zu einem Sieg reicht, wird sich weisen müssen.


Oder wie es Präsident Kreuzer in seiner charmant-urchigen Art zu sagen pflegt: «Erscht we dr Schnee gschmolze isch, gseht me wä dr Chüedräck liggt!» 

Auch dieser Match muss zuerst gespielt werden. 100% Einsatz wird gefordert sein! Und diesen Einsatz müssen die Schafe bereit sein zu bringen. Ich sage nicht, dass es einfach wird. Ich sage, es wird sich lohnen.


Die Obergommer werden sich dieses Duell nicht entgehen lassen, egal gegen welchen Gegner. Müde aber gut gelaunt traten sie um 23.30 Uhr den Heimweg an. Die Schafe auch, zur gleichen Zeit.


Die Geschichte beruht auf teils wahren Begebenheiten. Namen wurden geändert, sind der Redaktion aber bekannt.


Blacknosesheep: Schaffner (0/3) (Tor); Briggeler (3/3), Gsponer (2/3); Imesch (6/3), König (3/3); Zurwerra (4/5), Frutiger (5/4), Zumoberhaus (3/2)



Symbolbild: Kreuzers Subaru Libero // Quelle unbekannt

Symbolbild: Laut Informant ein mögliches erstes Vorstandsfoto des Fanclubs // Quelle unbekannt / google

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