• bääh

Saison 13/14 - Playoff Halbfinal

Naters – 12. April 2014 – Sinnbildlich für das ganze Team saß Captain Markovic an der Theke, nichtssagend und der Blick starr in die Weite gerichtet. Das Bier leistete stille Gesellschaft, schmeckte aber überhaupt nicht. Was sich vor einer halben Stunde abspielte, konnte und wollte einfach nicht verstanden werden. Auf dramatische Art und Weise wurde die Belle verloren. So dramatisch, dass zweifelsohne von der Mutter aller Niederlagen gesprochen werden kann.


Rückblick: Am Tag zuvor war die altehrwürdige Klosi-Halle zurechtgeschmückt worden, die Katakomben wurden professionell und mit Stil angeschrieben, die Sponsorenbanner platziert. Alles war parat für die historische Geburtsstunde der OUM-Playoffs. Alles? Mehr noch. Denn, wer genau hinsah und vor allem genau hinhörte, entdeckte neben dem Schiedsrichterpult mit Oliver Schmid den Speaker und DJ, welcher dem ganzen Anlass Charakter verlieh. Eloquent führte er durch die Spiele und unterstrich seine musische Begabung unentwegt. Phasenweise schaffte er es den Spieler – und Zuschauern, Gänsehautstimmung zu vermitteln. Wahnsinn.


Ein anderer Wahnsinn ereignete sich auf dem Floor. Während die Embd Devils ihre Aufwärtstendenz und Formstärke eindrücklich unter Beweis zu stellen vermochten und glatt in zwei Spielen gegen die Old Boys durchmarschierten, sollten die Blacknosesheep in das Entscheidungsspiel gezwungen werden – in welchem sie dem UHC Pfynland unterliegen sollten.


Doch zurück zu Captain Markovic. Noch immer saß er da. Noch immer sprachlos und noch immer total konsterniert. Seine Miene heiterte sich erst auf, als sich ein paar Teamkollegen zu ihm setzten und die guten Seelen der Blacknoselambs, welche den Spieltag in hervorragender Weise organisierten, Hot Dogs und Bier spendierten. Und Kuchen. Gerade das Varieté an Kuchen war es, das die Laune schlussendlich definitiv aufzuheitern vermochte. Ob es an Frau Zenklusen lag, die stellvertretend das Lob der OUM-Familie einheimsen darf und viel Herzblut in das Backen dieser Leckereien steckte – und an dem sich getrost das eine oder andere 3-Sterne Hotel eine Scheibe abschneiden könnte – sei jetzt einmal dahingestellt. Fakt ist aber, dass der erste Frust verschwand und der Fokus und die Vorfreude bereits auf die nächste Saison gelegt wurde.

Blacknosesheep – UHC Pfynland 8:4 (4:2) Playoff-Serie: 1:0

Nach dem verlorenen CUP-Final vor Wochenfrist, sollte eine Reaktion gezeigt werden – und die kam. Körperlich präsent, mit dem Auge und der Disziplin für die Defensive wurde das Spiel angegangen. Wyer (2), Zurwerra und Frutiger sorgten für die 4:2 Pausenführung. Das Spiel wurde clever kontrolliert, die Abschlüsse waren effizient und die Bewegung stimmte. Taktisch wurde so gespielt, wie bereits die ganze Saison hindurch gespielt wurde. Trotz des Ausfalls von Steve Imhof, dessen Verletzung vom CUP-Final noch nicht ganz ausgeheilt war und so auf einen Einsatz vorsichtshalber verzichtet wurde, spielte das Team kompakt und aggressiv.

Frutiger und Zurwerra (3) sorgten in der zweiten Halbzeit für das Endresultat von 8:4. Auch defensiv wurde solide gespielt. Markovic brachte die nötige Härte ins Spiel und lancierte die Offensive stets clever mit guten ersten Zuspielen. Haudegen Eyholzer spulte sein gewohntes Programm runter und zeigte eine fehlerlose Partie. Ruppen hielt was zu halten war. Die Gegentore entstanden durch ruhende Bälle. Eine Waffe, die sich noch als sehr Effektiv herausstellen sollte. In der Serie wurde zwar vorgelegt. Doch damit sollte dieser Playoff-Krimi erst beginnen.

Ruppen; Markovic, Eyholzer; Frutiger (2); Wyer (2), Zurwerra (4)


Blacknosesheep – UHC Pfynland 4:8 (1:5) Playoff-Serie: 1:1

Denn nur gerade 13 Stunden später sollte es zum nächsten Aufeinandertreffen kommen. Und es schien, als würden die Schafe noch auf der Weide schlummern. Denn bis kurz vor dem Pausentee und nach einem Blitzstart Pfynlands stand es rasch 0:5. Der Anschlusstreffer durch David Wyer sollte nichts als Resultatkosmetik einläuten.

In der Not wurde Steve Imhof eingewechselt, der den Schaden zwar eindämmen konnte, das negative Resultat aber nicht mehr in ein positives umzuwandeln vermochte.

Defensiv standen die Mannen vor Ruppen zu weit von ihren Gegenspielern weg, so dass Weitschüsse, ein probates Mittel wie sich herausstellen sollte, ungehindert Richtung Schafe-Schlussmann gelangen konnten. Die Verteidigung, welche bereits bei den Stürmern anfängt, versagte auf der ganzen Linie.

Dass das Schlussresultat von 4:8 unter diesen Umständen nicht überrascht und logisch ist – ist klar. Gut hat man in den Playoffs die Chance, diese Scharte auszuwetzen. Ruppen; Markovic, Eyholzer; Frutiger (1), Imhof (1); Wyer (1), Zurwerra (1)


Blacknosesheep – UHC Pfynland 5:8 (4:2) Playoff-Serie: 1:2

Das alles entscheidende Match wurde sorgsam und aufmerksam in Angriff genommen. Aus einer konzentrierten Defensive versuchte man offensiven Profit zu erzielen. Die nötige Aggressivität und Bewegung war vorhanden. Defensiv stand man gut. Nach 8 Minuten und Toren von Zurwerra, Imhof (2) und Frutiger stand es 4:0. Alles entschieden? Leider nein.

Der Schlüsselmoment kam in Minute 9. David Wyer luchste Pfynlands letztem Mann den Ball ab und zog alleine auf den Torhüter. Gekonnt umkurvte er diesen und schob den Ball – neben das Tor. Dieser Umstand alleine wäre ja keine Notiz wert, wenn da nicht die Gegenaktion mit ins Spiel käme. Im Gegenangriff wurde Markovic düpiert und Ruppen keine Chance gelassen. Statt 5:0 hieß es nur noch 4:1 und das 4:2 folgte umgehend. Pause. Zeit zum Durchatmen.


Damit wurde die Partie neu lanciert. Die Illgrabenkämpfer, welche von ihrem Anhang frenetisch angefeuert wurden, rochen Lunte. Das Spiel begann zu kippen. Plötzlich fanden die Mittelwalliser zurück zu alter Stärke. Mental wie physisch konnten sie zulegen. Vielleicht fünf, vielleicht zehn Prozent. Im Gegenzug die Schafe. Der Druck alles verlieren zu können, zu scheitern, zu versagen, lag tonnenschwer auf den Schultern. Diese Tatsache, die so schwer zu beschreiben und zu erklären ist, ist ein Phänomen. Ein Phänomen, an dem schon grosse Mannschaften wie der EHC Olten oder (fast) die ZSC Lions scheiterten. An diesem Phänomen, welches die Beine lähmt und den Kopf schwer macht, scheiterten nun auch die Schafe. Das ist Playoff. So sind Playoff-Spiele. Das ist Hockey in seiner reinsten Form.

Bis auf 4:4 kamen die Sustener schnell ran. Dass die Schafe trotzdem noch Unihockey spielen können zeigten sie durch Zurwerras 5:4 – einem ruhenden Ball. Doch diese Führung hielt nicht lange an – im Gegenteil. Pfynland erzielte das 6:5 und setzte die Schafe gehörig unter Druck. Ein Lattentreffer Zurwerras 2’ vor Schluss wäre der Ausgleich gewesen. In einem solchen Spiel, in einer solchen Phase, ist es irgendwie logisch, dass diese Bälle nicht rein gehen. Murphys Gesetz lässt grüssen oder „Law of Attraction“ in seiner brutalen Wahrheit sagte Hallo und lachte sich ins Fäustchen.


Als Torhüter Ruppen den Platz einem vierten Feldspieler Platz machte, traf Pfynland zweimal ins leere Tor – zwei „Empty Netter“ sorgten für das Schlussresultat in einer äusserst hochklassigen Partie – die ihr Eintrittsgeld wert gewesen wäre.

Pfynlands Sieg war verdient. Natürlich war eine Prise Glück vorhanden. Glück muss sich der Tüchtige jedoch auch erkämpfen und erdulden. Das hat Pfynland gewusst zu tun. An der Seitenlinie stand ein nimmermüder Schmutz, der heuer schon etliche Niederlagen gegen die Schafe einstecken musste. Just in dem Moment als es darauf ankam, schien er eine Lösung gefunden zu haben. Das ist schon eine besondere Geschichte und einfach top. Verdammt nochmal.


Neben der Schussstäke Pfynland, Präsenz und Cleverness bei stehenden Bällen, stand ein Torhüter zwischen den Pfosten, der über sich hinauswuchs. Klar waren die Schüsse der Schafe zu unplatziert und mit zu wenig Power. Und klar war die Effizienz für einmal ungenügend. Was jedoch aufs Tor kam, wurde irgendwie pariert. So hielt er seine Jungs auch in schwierigen Momenten im Spiel, was letztendlich zum Sieg geführt hat. Bravo.

Damit verabschieden sich die Schafe aus dem Titelrennen. Nach der hervorragenden Qualifikation und der totalen Ungeschlagenheit, kam die Ernüchterung in zwei Teilen. Zum ersten verloren die Mannen von Coach Wyer den CUP-Final sang und klanglos. Zum zweiten schieden sie nun auch bereits im Playoff-Halbfinale aus. Dies ist enttäuschend, keine Frage. Die Mannschaft kommt trotz der Tatsache, dass nur gerade 3 Spiele verloren wurden, nicht um Kritik rum. Wer so souverän auftritt und am Saisonende mit leeren Händen dasteht, macht irgend etwas falsch. Zeit ist nun genügend da, um diesen Reflexion anzubringen und die nötigen Schlüsse zu ziehen. Anschließend geht es darum, diese Maßnahmen in die Tat umzusetzen. Nur so werden nächstes Jahr wieder Titel gefeiert. Und das muss der Anspruch dieses Teams sein. Bis es soweit ist, wünschen wir schöne Ferien und eine gute Zeit. Auf ein Wiedersehen im Herbst.

Ruppen; Markovic, Eyholzer; Frutiger (1), Imhof (2); Wyer (1), Zurwerra (1)

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