• bääh

Saison 12/13 - Spieltag 4

Auf zur Rückrunde. Auf zur Entscheidung. Auf zur Makellosigkeit. Auf nach Berlin. Die Rückrunde startete für die Blacknosesheep mit dem Evergreen-Klassiker gegen die Erzfeinde aus Embd. Die Schafe hatten in der altehrwürdigen Klosihalle ein Heimspiel. Für Embd, vor diesem Spieltag mit nur drei Punkten Rückstand erster Verfolger der Schafe, war es die letzte reelle Chance, um im Meisterrennen mitreden zu können. Reelle Chance? Reine Utopie.

Blacknosesheep – UHC Embd Devils 10:1 (6:1)

Wie ernst die Partie genommen wurde, zeigte die Tatsache, dass nicht weniger als drei! „Funktionäre“ das Team auf diesen Fight einschwuren. Coach Wyer, Vize-Präsident Ruppen und Captain Markovic übernahmen allesamt das Wort in der Kabine. Stichworte wie Revanche, Weisse Weste, Dominanz, Konzentration, Momentum und Taktik wurden erwähnt. Und so kam, was kommen musste. Das Team war von Anfang an bereit. Frutigers 1:0 führte früh zu einer Art Schockstarre bei den Embdern. Die Herren aus dem vorderen Mattertal, die durchwegs mit Mut, Hoffnung und Aggressivität angereist waren, fanden nie richtig ins Spiel. Ein Déjà-Vu aus der ersten Begegnung der Meisterschaft bei der die Schafe ebenfalls furios starteten und schlussendlich klar gewannen. Die Frage stellt sich schon. Hat Embd aus dieser Niederlage nichts gelernt? Fakt ist, die Schwarznasen begannen zu kombinieren, liefen viel, sorgten für gehörigen Wirbel in der gegnerischen Hälfte, was Zurwerra und Imhof mit zwei Treffern zu Scorerpunkten ausnutzen. Symptomatisch für das desaströse Auftreten Embds in der Startphase war das 5:0, erzielt durch David Wyer. Mit nur einer Körpertäuschung liess er gleich zwei inferiore Teufel(chen), ins leere Laufen und umdribbelte noch dazu gekonnt den gegnerischen Torhüter. Sehenswert. Bis dato waren erst 10 Minuten gespielt und Torhüter Ruppen musste noch kein einziges Mal parieren. Als dann ein Verlegenheitsschuss den Weg doch noch ins Tor fand, fand auch das Bergdorf einigermassen ins Spiel. Oder stellten die Schafe zwei Gänge zurück? Bis zwei Minuten vor der Halbzeitsirene geschah nichts mehr. Dann weckte Wyer (wiederum er) die Zuschauer und den UHC Embd Devils aus der Lethargie, preschte durch die Abwehr und konnte nur noch mit einem Notbremsefoul gebremst werden. Zurwerra, auf den wir noch zu sprechen kommen, schnappte sich den Ball, blieb cool und verwertete souverän. 6:1 – Pause.


Die zahlreichen Zuschauer – vor allem aus Embd angereist - rieben sich verwunderte die Augen. Den vermeintlichen Spitzenkampf stellten sie sich alles andere als so vor. Im kleinen Dorf Embd, das 312 Einwohner zählt und Unihockey DAS Sportthema überhaupt ist, versteht man die Welt nicht mehr. Ihr Team, immerhin Rekordtitelhalter der OUM, kann einfach nicht mehr mithalten. Die besten sind einen grossen Schritt voraus. Embd ist ins Mittelmass zurückgerutscht. Ein Titel wurde letztes Jahr verpasst und auch dieses Jahr wird´s wieder nicht reichen. Seit 2010 gab´s überhaupt nichts mehr zu feiern. Für Gesprächsstoff nach der Sonntagsmesse wird also gesorgt sein: Warum werden Titel verembdet, warum werden Spitzenkämpfte verembdet und warum wird die Meisterschaft schon frühzeitig verembdet? Liebe Embder, där Herrgott wird’s schon wieder richten - oder auch nicht.


Die zweite Halbzeit sollte zur einer veritablen One-Man-Show werden. Und diesmal geht´s für einmal nicht um Steve Imhof, der solide spielte aber nicht überragend wie letzten Samstag. Der Polizist hatte jedoch auch keine Nachtschicht zu schieben. Der Protagonist der Stunde war Daniel Zurwerra. Topfit und noch beim Frisör vorbeischauend, setzte er dem Spiel den Stempel auf. Wird er provoziert –schlägt er mit Toren zurück. Und Daniel Zurwerra wurde provoziert. Der Anfang vom Ende Embds – und der Anfang des Verbs „verembden“. Zurwerra, der zweifellos enorm von der Übersicht seiner Teamkameraden profitierte, scorte alle vier (4!) Tore in der zweiten Halbzeit. Wie gesagt, er wurde provoziert, verbal attackiert und beleidigt. Und wie gesagt – er zahlte es zurück. „Zurro“ erzielte nicht weniger als 6 der 10 Tore. Eines schöner als das andere. Er zauberte, lief schnell, viel und hat einen kompromisslosen Zug aufs Tor wie kein anderer. Zurro zurwenierte das Geschehen. Zurwenieren? Noch nie gehört? Im schwedischen Duden wurde das Wort „zlatanieren“, in Anlehnung auf Zlatan Ibrahimovic, aufgenommen. Der Ausdruck steht für „stark dominieren“. Zurwenieren ist ein synonym davon und steht für die positive Antwort auf eine Provokation. Auf ins Wörterbuch!


Ruppen; Eyholzer, Markovic, Frutiger (1); Imhof (2), Jenelten; Wyer (1), Zurwerra (6)


Blacknosesheep – UHC Visper Lions 15:4 (6:1)

Diese Geschichte ist schnell erzählt. Das Spiel hatte einen Kehrauscharakter. Erster gegen Letzter. Und so kam es auch raus. Die Lions waren bemüht und liessen ihre technische und spielerische Klasse das ein um andere Mal aufblitzen. Zu mehr sollte es der jungen Truppe aber nicht reichen. Visp konnte nicht mehr. Es war ein Klasseunterschied zu erkennen. Die Blacknosesheep scorten in regelmässigen Abständen und kassierten Tore aufgrund von Unkonzentriertheiten. Torhüter Ruppen und die Verteidiger Markovic, Jenelten und Eyholzer genossen gemütliche 40 Minuten und spielten souverän. Der Aufbau um Imhof und Frutiger lief viel und hatte Spass. Das Selbe galt für die Stürmer Wyer und Zurwerra. Die Luft nach dem Embd Spiel war aber draussen. So sahen die Zuschauer zwar ein gutes Dutzend schön heraus kombinierter Abschlüsse, für Spannung war aber nicht mehr gesorgt. Zu dominant, zu zurweniert, traten die Schafe auf.

Damit können die Weidentiere bereits im nächsten Spiel Meister werden und 50% des Solls wären erreicht. Auf nach Berlin.

Ruppen; Eyholzer, Markovic, Jenelten; Imhof (3), Frutiger (2); Wyer (5), Zurwerra (5)

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