• bääh

Saison 12/13 - Cupfinale

Was für ein Krimi, was für ein Finale, was für eine Spannung. Die Affiche Fletschi Cracks gegen die Blacknosesheep wurde den Anforderungen eines hochstehenden Endspiels gerecht. Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten, auch wenn das Tempo und die technischen Kabinettstückchen über große Strecken fehlten.

Blacknosesheep – Fletschi Cracks 6:4 (1:1)

Dass es eine enge Kiste werden würde, darüber waren sich die Experten einig. Der Ausgang der Partie war komplett offen. Einer dieser Experten, Pedro Schmid, seinerseits Coach der Old Boys Naters, lehnte sich (zu) weit aus dem Fenster und (ver)wettete eine Pizza auf die Cracks. Wohl auch, weil bei der Spielerpräsentation offenkundig wurde, dass die Saaser in Naters! ein atmosphärisches Heimspiel genossen. Zahlreich sind sie erschienen, die Zuschauer. So wurde dem Finale ein gerechter Rahmen zuteil.


Geleitet wurde die Partie von David Miesch, einem erfahrenen Mann, der nicht zum ersten Mal ein solch wichtiges Spiel leiten durfte. Die Routine, Souveränität und Ruhe des Unparteiischen strahlte denn auch auf beide Teams über. Zwar wurde aggressiv gekämpft, jeden Zentimeter des Spielfels ausgenutzt – aber immer mit fairen Mitteln. Da waren Gentlemen am Werk, die ihr Handwerk verstanden. Die Protagonisten auf beiden Seiten benötigten keine unerlaubten Mittel, um zu zeigen, was sie drauf hatten.


Nach einer Startphase, die als „gegenseitiges Abtasten“ bezeichnet werden darf, eröffnete Marco Frutiger das Score für die Blacknosesheep und erzielte „Backhand“ das 1:0. Immer, in dieser Saison, wenn die Schafe in Führung gingen, gewannen sie auch das Spiel. Nur einmal sollte dies nicht der Fall sein – beim letzten Aufeinandertreffend dieser beiden Teams.


Fletschi setzte sich bekanntlich 9:6 durch. Der 1:1 Ausgleichstreffer und damit die Antwort der Saaser durch Zurbriggen kam postwendend. Ausser einem Pfostenschuss, wiederum durch Frutiger, kurz vor dem Pausentee geschah nichts mehr – beide Teams standen hinten solid, die Torhüter hielten was zu halten war – beide Mannschaften neutralisierten sich.


Nach dem Wiederanpfiff wurde es hochklassiger. Zurwerra, der von einem unabsichtlichen Fusspass Markovics profitierte, glich das 1:2 Saas´ umgehend zum 2:2 aus. Ein, zweifelsohne umstrittener Treffer, der ebenso hätte unterbunden werden können. Die Spannung war kaum mehr auszuhalten. Wer sollte das Glück auf seine Seite ziehen? Wem sollte die Vorentscheidung gelingen?


Saas, so sah es aus, war effizienter im Abschluss und nutzte eine hart gepfiffene 2´-Strafe gegen Patrick Eyholzer zum 2:3 aus. Im Gegenzug traf Zurwerra per Strafstoss nur den Pfosten und auch die anschliessende 2´-Strafe konnte, trotz gutem Kombinationsspiel, nicht verwertet werden. Die Schafe waren angezählt und geschockt. Just in diesem Moment verwerteten die Vispertaler einen Konter eiskalt und schraubten das Zwischenresultat auf 2:4 hoch. Coach Wyer blieb cool und lehnte ein „Time-Out-Angebot“ seiner Schützlinge ab. Und, er sollte recht behalten.


Diese Spielsituation war äusserst heikel. Hätten die Saaser das 2:5 erzielt, der Kuchen wäre gegessen gewesen. Doch soweit sollte es nicht kommen. Die Schafe riskierten nun mehr, gingen noch weitere Wege und wollten den Anschlusstreffer entschlossen. Steve Imhofs 3:4 war dann die Initialzündung zum Comeback der Weidentiere. Die Körpersprache zeigte nun ein deutlich verändertes ja verbessertes Bild. Patrick Eyholzers Lattenkreuztreffer zum vielumjubelten 4:4 liess nicht nur Pedro Schmids Blut in den Adern gefrieren – auch Fletschi war nun geschockt. Und gefordert.


Das Momentum fiel aber auf die andere Seite. Daniel Zurwerra, der in der zweiten Halbzeit eine enorme Leistungssteigerung zeigte, erzielte knapp 5 Minuten vor Schluss den 5:4 Führungstreffer. Nach diesem Tor wurden die Vispertaler durch eine Undiszipliniertheit bestraft und mussten zwei Minuten in Unterzahl agieren. 8 Sekunden vor Ablauf dieser Strafe erzielte dann Steve Imhof wuchtig das 6:4 – die Entscheidung.


Obwohl Fletschi noch alles versuchte und den Torhüter aus dem Spiel nahm, sollte es nicht mehr reichen. Nach dem zweiten Rang in der Meisterschaft wurden die (Vize-)Cracks auch zweiter im Cup. Beide Male standen ihnen die Schafe vor der Sonne.


Nichtsdestotrotz waren sie nah dran. Die Sheep waren nicht besser, sie waren nicht kaltblütiger, sie waren nicht dominanter als die Cracks. Sie hatten an diesem Tag nur den grösseren Willen, das grössere Selbstvertrauen, die besseren Individualisten. Und sie hatten das nötige Glück, welches den Saasern diesmal fehlte, auf ihrer Seite.

Dieses „Rencontre“ verspricht einiges für die nächste Saison. Der Gejagte und der Kronjäger sind nun bekannt. Welche Rolle die anderen Mannschaften wie die Old Boys, die Embd Devils, Bürchen, Baltschieder und vor allem Pfynland spielen werden, wird die nächste Spielzeit zeigen.


Die Blacknosesheep schafften damit nicht nur als erstes Team die Titelverteidigung im CUP-Wettbewerb, sondern holten sich damit als erst zweites Team (nach den Embd Devils 2010) das Double. Mit nun 5 Titeln (3x CUP, 2x Meisterschaft) sind die Blacknosesheep alleiniger Rekordtitelhalter der OUM-Historie.


Nun sind aber die wohlverdienten Ferien und das große Feiern angesagt. Anschlissend wird der Unihockeystock während 4 Monaten in die Garage verstaut – denn in Berlin ist er nur fehl am Platz.

Ruppen; Markovic, Eyholzer (1); Imhof (2), Frutiger (1); Wyer, Zurwerra (2)

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