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OUM-Cup 1/8 Final: UHC Naters-Brig Academy vs. Blacknosesheeps 2:6

Aktualisiert: Nov 18

Das erste Spiel nach einem Cuptitel ist immer das schwerste. Dies sollten auch die Blacknosesheeps am eigenen Leib erfahren. Wer erinnert sich noch an den 22. Februar 2020? Damals siegten die Schafe in der Klosi gegen ein furioses Grächen und feierten den OUM-Cuptitel. Die Schafe starteten nach dem Triumph gegen Grächen somit als Titelverteidiger in die neue Saison. Nur ist dies bei einem KO-Wettbewerb ungefähr gleich viel Wert wie eine bereits gezündete Silvesterrakete am 1. Januar – nichts.

Mehr als anderthalb Jahre jedoch mussten die Schafe-Fans auf den nächsten Cupauftritt ihrer Weidentiere warten.

Dies musste auch in die Köpfe der Heynen-Boys, wollten sie nicht schon in der ersten Runde gegen die Natischer Academy die Segel streichen. Trainer Heynen tat jedoch alles, dass das erste Spiel in der neuen Cupsaison nicht auch schon das letzte sein sollte: Der Fokus im Training galt bereits dem ersten Gegner, die Bedingungen beim Aufwärmen waren top, die Spannung nach dem geglückten Saisonstart in der Meisterschaft konnte gehalten werden. Ob die Schafe dies auf dem Parkett in der Klosi auch umzusetzen im Stande waren sollte, sich um 14.30 Uhr zeigen.


Wie motiviert und fokussiert die Schafe an diesem Tag waren, zeigt das kurze Gespräch zwischen S.Imoberdorf und D.Zurwerra kurz vor dem Spiel in der Kabine.

D.Zurwerra: «Was heiwer hite fer Gägner?»

S.Imoberdorf: «Güeti!»

D.Zurwerra: «Das sind mini Lieblingsgägner!»


Dies Aussage eines Zurwerra zeigt, wie er sich für solche Spiele motivieren kann. Und er sollte recht behalten.


1. Halbzeit:

Das Spiel begann ohne grosses Abtasten. Die Academy gab kurz nach dem Anpfiff bereits den ersten Warnschuss ab. Ambord war zur Stelle. Rasant sollte es weitergehen. Mal hin, mal her. Die Tore blieben vorerst aus, die beiden Torhüter hielten, was es zu halten gab. Bis zur 8. Minute. Heynen schnappte sich den Ball hinter dem Tor, überlief einen Gegenspieler und spielte dann den öffnenden Pass auf Sebastian Imoberdorf. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und schob überlegt ein. 1:0 für die Schafe. Ruppen auf der Academy-Bank traute seinen Augen kaum. Hatte Imoberdorf seiner Warnung bereits zu Spielbeginn Taten folgen lassen. Der Treffer gab den Schafen jedoch nicht den Auftrieb, den man erwarten konnte. Im Gegenteil – die Spieler der Academy übernahmen das Zepter und fuhren einen Angriff nach dem anderen gegen das Tor der Schafe. Einzig Ambord hatte dem Ebenbürtiges entgegenzusetzen. Zum Glück für die Schafe. Bis zur 13. Minute. Dann überwand Biffiger die Schafeabwehr und auch deren Torhüter. Weiteres liessen die beiden Schlussmänner in der ersten Halbzeit nicht zu. 1:1 stand es somit zur Pause.


Heynen mahnte die Schafe in der Halbzeitansprache zur Vorsicht. So würde es nicht reichen. Er nahm einzelne Umstellungen vor und die Wollknäuel machten sich auf zur zweiten Hälfte. Allen voran Daniel Zurwerra.


2. Halbzeit:

Wie verwandelt kamen die Schafe aufs Feld. Von Beginn sorgten sie für Druck und machten Tempo. In der 3. Minute sollte sich dies auszahlen. Zurwerra versorgte den Ball herrlich im Netz. Er hatte nicht locker gelassen, sich mehrfach den Ball zurückerobert und dann überlegt und mit viel Spielwitz Torhüter Salzmann verladen. 2:1! Da er wieder, der gewiefte Fuchs unter den Schafen. Und vor allem zeigte sich eines seiner Hobbys: Einfach mal zu weit gehen und sich dort dann ein Bisschen umsehen. Da macht ihm keiner etwas vor.

Danach kam die Zeit der verschossenen Penaltys. Zuerst Biffiger für die Academy, dann Heynen für die Schafe. Gott wird es ihnen verzeihen, dies ist schliesslich sein Metier.

Dann zahlte sich auch der immense Aufwand von Grünwald und Gruber aus. Die beiden spielten mit ihren Gegnern Mal für Mal Katz und Maus. In der 8. Minuten war es Grünwald der auf Pass von Gruber traf, in der 18. Minute genau umgekehrt. Was, wenn Leon Roten dazwischen den zweiten Penalty für die Academy verwandelt hätte?

Die Academy setzte nun alles auf eine Karte. Zu viert und ohne Torhüter versuchten sie den Anschluss zu erzwingen. Nun wollten sie es wissen. Und wie es im Leben so ist, ab dem Moment, in dem du denkst: «ach Scheiss drauf», wird es entweder grandios oder echt desaströs. Grandios wurde es diesmal nicht. Zurwerra machte mit dem 5:1 den Deckel zu. Etwas mehr als eine Minute vor Schluss gelang Joshua Karlen dann doch noch der verdiente zweite Treffer für die Academy. Aber das letzte Wort hatte, wie sollte es anders sein, wieder Zurwerra. Er traf mit seinem 3. persönlichen Treffer zum 6:2. Das Spiel war zu Ende, die Schafe eine Runde weiter. Nicht mehr, nicht weniger. Ambords Worte waren den Weidentieren also doch mahnend in Erinnerung geblieben: Cup spielt man richtig oder gar nicht.


Auf die Frage des RRO-Reporters an Zurwerra, was er nach seinem starken Spiel tun werde, antwortete dieser:

«Ich kaufe mir jetzt ein Fernglas».

RRO-Reporter: « Und dann?»

Zurwerra: «Dann sehe ich weiter.»


Nicht aus der Reserve zu locken die Nummer 9 der Schafe. Hoffentlich bleibt das auch bis ganz zum Schluss dieser OUM-Cupsaison wieder so!


Blacknosesheep: Ambord, Zerzuben (Tor); Heynen (0/1), Gsponer (0/0); Grünwald (1/1), Imoberdorf (1/0), Zumoberhaus (0/0); Zurwerra (3/0), Gruber (1/1), Schmid (0/0)












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