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Endstation Halbfinale

Aktualisiert: vor 7 Tagen

VS CUP 01.10.2020 – Halbfinal Wallisercup 2020


Endlich war es soweit! Der Halbfinal im Wallisercup 2020 stand auf dem Programm. Der fleissige Leser erinnert sich an den Viertelfinal gegen Sion, dieser fand am 16. März statt. März, richtig gelesen. 6 Monate ohne Spiel vom Viertelfinalspiel zum Halbfinal, eigentlich unvorstellbar, wenn man bedenkt, wie sehr die Schafe-Fans jeweils auf diese Spiele hinfiebern. Da fiebern in Zeiten von Corona nicht allzu gut ankommt, freuten sie sich einfach enorm.

Wer sich nicht mehr erinnern kann und sich nun fragt, ob die Schafe das Spiel gegen Sion gewonnen haben, kann entweder logisch überlegen und sich Gedanken machen, warum die Schafe nun zum Halbfinal antraten, oder aber den Spielbericht vom Viertelfinal nochmals durchlesen (Anm. der Redaktion: Schlussstand 16:8; Viola A. kontrollierte am Eintritt)

Viola A. ist mit ihren aufgemotzten und nicht ganz billigen Papierfliegern inzwischen einen Schritt weiter nach der Abstimmung vom 26./27., die Schafe waren gewillt, diese Woche nachzuziehen.


In einer Zeit, in welcher viele Veranstaltungen abgesagt werden, setzte der Walliser Unihockeyverband ein Zeichen. Er will Halbfinals und Finals durchführen, auf allen Stufen - was für ein positives Signal für alle Sport- und Krimifans! Für die Schafe und Fully sollte es ein Spiel sein, für die meisten der Zuschauer mehr! Das Spiel war ein Symptom für sie, dass das Gute Corona überleben wird und es noch Hoffnung in diesen kalten Herbsttagen gibt auf ein Licht am Ende des Tunnels.


Ob die Schafe die Schur vom letzten Wochenende schadlos überstanden haben, war die andere Frage.


Schafschur? Schafe sollten mindestens einmal im Jahr geschoren werden, die Schwarznasen unbedingt zweimal! Im September wenn sie von der Alp kommen und im Januar. Keine Sorge, die Schafe haben nicht zu kalt! Die Schwarznasen ertragen die Kälte viel besser als die Hitze. Du weisst ja, die Schwarznasen haben schnell zu heiss und die langhaarige Wolle will gepflegt sein. Mit einem regelmässigen Schnitt geht das am Besten. Im Wallis werden die Schwarznasen auf einen „Bock“ gestellt, mit dem Kopf fixiert und stehend geschoren. Am Samstag war es für einmal kein Bock, es war die Natischer Klosi, in der die Schafe gestellt wurde für die Schur.


Meistens werden die Schwarznasenschafe kurz vor dem Lammen geschoren. Denn die langen Haare sind bei einer Geburt etwas störend und nicht sehr praktisch und sauber. Zudem finden die Lämmchen auch einfacher zum Euter wenn die Haare nicht im Weg sind.

September und Januar passen auch den BNS meist gut für eine Schur. Dies, da es in der Meisterschaft dann noch nicht um die Meriten geht. Im Cup, und das Wissen die Schafe für gewöhnlich, dürfen sie sich dies nicht erlauben, da sind sie lieber bis am Schluss dabei, wie die letzten Jahre gezeigt haben.


Ein paar Facts zur Schafschur: 1. Geübte Scherer haben ein Schaf in einigen wenigen Minuten geschoren.

Dies gelang auch den Embdern am 26.09. – in den ersten 20 Minuten hatten sie die Schafe rasiert bis auf die Haut. Die Embder kann man in dem Fall als geübte Scherer bezeichnen.

2. Der Stress bei einer Schur ist für die Schafe relativ gering.

Trifft in diesem Fall für die Zeit nach der Schur auf die Sheeps zu, Stress innerhalb des Teams gab es nach der Niederlage keinen. Spass und Zuversicht teilten auch weiterhin mit ihnen die Kabine nach diesem ersten Spieltag.

3. Es werden Schafschermaschinen mit flexibler Welle verwendet.

Am Samstag waren es Unihockeyschläger und flinke Ellbogen. Trifft also in diesem Punkt nicht zu.

4. Der Motor hängt nebenan oder ist auf dem Rücken des Scherers, in der Hand wird nur das leichtere Griffteil gehalten.

Der Stock war in der Hand, nahe am Gegenspieler, die Ellbogen sogar noch näher. Mario musste da schon mal ein Auge zudrücken.

5. Bei der Schafschur wird sorgfältig gearbeitet, die Tiere dürfen nicht geschnitten werden. Der Umgang mit den Schafen ist freundlich und ruhig.

Dies traf definitiv nicht zu, das sollten sich die Embder noch zu Herzen nehmen. Also auch für sie gibt es noch Steigerungspotenzial nach einem gelungenen Saisonauftakt.

6. Nach der Schur wird die Wolle sortiert und in verschiedene Säcke abgefüllt. Die Abfallwolle (vom Hinterteil, stark verschmutzte Wolle) wird der Müllabfuhr mitgegeben.

Dies traf am Samstag zu, was mitgenommen werden musste aus der Niederlage wurde in einen Sack gepackt, was wegzuwerfen war, im Abfall entsorgt.



Die Wolle war also geschoren, die Schafe somit nackt, der Gegner aus Fully konnte also nur noch auf das Fleisch aus sein. Würden die Schafe dieses hergeben? Die Fans, allen voran die vom Fanclub Obergoms um Präsident Kreuzer, hofften nicht. Sie machten mächtig Stimmung auf dem Parkplatz vor der Turnhalle in Fully als die Schafe eintrafen. In kurzen Hosen und mit nacktem Oberkörper (natürlich nur die männlichen Fans) standen sie den Schafen Spalier vor dem Eingang zur Halle. Richtigen Obergommern ergeht es wie den Schwarznasen - Sie ertragen die Kälte viel besser als die Hitze. Und ihre Montur verriet auch Kreuzers Geheimnis, weshalb der Fanclub nicht am ersten Spieltag in Naters war – mehr als die Hälfte der mittlerweile 45 Fanclubmitglieder liessen sich am Samstag unser Logo mit dem Schwarznasenschafskopf entweder auf die Brust oder aber auf den Oberschenkel tätowieren – die Sheeps waren sprachlos! Sebi König nahm noch Eines wunder: «Is der Gruppuzwang gsi?» fragte er eines der Mitglieder. «Nei, irgend en wälsche Tätowierer, der Name weisi nid genau. Isch aber eu e güete gsi. Wier si ja uf Sitte das Tattoo ga mache und am abe no dr Match im Tourbillon gäge YB ga lüege.»

So weit so gut – zum Spiel:

1. Drittel

Anpfiff. Beidseitiges Abtasten, erste Chancen vor beiden Toren, wenn auch mit leichten Vorteilen für Fully. Die kleine Halle schien ihrem Spiel besser entgegen zu kommen. Nach 5 Minuten gingen sie mit einem Freistoss in Führung. Zurwerra hatte jedoch eine Antwort darauf, 1:1. Nach 8 Minuten hiess es 2:1 für Fully. Wieder Zurwerra antwortete mit dem 2:2. Waren die Schafe nun im Spiel. Bisher jedenfalls noch nicht. Nach 12 Minuten schoss Darbellay das 3:2 für Fully, dabei blieb es bis kurz vor der ersten Sirene, dann erhöhten die Hausherren auf 4:2. Der Gegner schien für die Schafe in Reichweite, die eigene Leistung stimmte hingegen noch nicht – zu passiv waren sie aufgetreten. Würden sie im zweiten Drittel erwachen?


2. Drittel

Denkste. Fully schoss gleich zu Beginn zwei weitere Tore. Irgendwann mussten die Weidentiere reagieren, wollten sie nicht frühzeitig den Anschluss verlieren. Heynen mit einem Rush sorgte für Hoffnung. Die hielt aber nicht lange. Darbellay tauchte immer wieder gefährlich vor dem Tor auf, und nutzte seine Chancen. Frutiger mit einem schönen Freistoss konnte nur noch auf 4:8 verkürzen.


3. Drittel

Coach Heynen versuchte in der Pause vor dem letzten Drittel an die Ehre der Spieler zu appelieren. Zu schwach der eigene Auftritt, meilenweit entfernt von den eigenen Ansprüchen. Seine Worte waren klar, der vorgegebene Weg der einzig richtige, hatten die Schafe aber auch die Kraft dies noch umzusetzen im letzten Abschnitt. Die Kraft schon, die Klasse an diesem Abend jedoch nicht. Heynen und Futiger besserten zwar ihr Punktekonto noch einmal auf, mehr gelang den Schafen aber nicht. 11:6 lautete das klare Verdikt am Ende des Spiels. Darbellay kriegten sie nie in den Griff, 6 Tore schoss er alleine, drei weitere sein Linienpartner Bourgeois.


Fazit

Jedes Drittel verloren, fehlende Cleverness und insgesamt einem besseren Gegner in allen Belangen unterlegen. Die Schafe waren an diesem Abend weit weg von ihren eigenen Ansprüchen. Das Halbfinal war Endstation im diesjährigen Wallisercup. Einen Vorstoss unter die letzten 4 muss man im Wallisercup zuerst schaffen, die eigene Leistung im Halbfinal war dann aber enttäuschend.


Die Schafe müssen nun mit Demut zurück zu ihrem Spiel finden. Wenn sich jeder die Worte Heynens vor dem Schlussdrittel zu Herzen nimmt, weiss das Team was es zu tun hat. Anders geht es nicht, sie müssen wieder konsequenter ihr Spiel umsetzen.

Für Präsident Kreuzer und die mitgereisten Fans tat dies keinen Abbruch, sie feierten ihre Lieblinge noch minutenlang in der kleinen Halle in Fully. An diesemn Abend mussten die Schafe jedoch ein schlechtes Gewissen haben gegenüber allen die ihnen die Daumen gedrückt habe, zu fahrig war ihr Spiel. Das Finale findet ohne sie statt, zu recht nach dieser Leistung. Die Schafe wurden innert einer Woche zwei Mal geschoren..


Blacknosesheep: Abgottspon (0/1), Ambord (Tor); Heynen (2/0), Gsponer (0/1), Markovic (0/1); König (0/1), Imesch (0/0), Nater (0/0); Zurwerra (2/0), Frutiger (2/0), Briggeler (0/0)

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